Jpmorgan warnt vor s&p 500-korrektur: ölpreise als risiko
Die Eskalation des Konflikts zwischen Iran und Israel wirft eine dunkle Wolke über die Finanzmärkte. JPMorgan prognostiziert eine mögliche Korrektur des S&P 500, sollte der Krieg andauern. Die Warnung kommt inmitten steigender Ölpreise, die die Inflationsängste weiter anheizen.

Jpmorgan sieht s&p 500-korrektur nach iranischem krieg
Die Investmentbank befürchtet, dass die Produktionskürzungen im Ölsektor den Preis auf bis zu 120 Dollar pro Barrel treiben könnten. Dies könnte den S&P 500 um bis zu 10 % von seinem jüngsten Höchststand auf 6.720 Punkte senken. Die Einschätzung basiert auf der Annahme, dass die Märkte derzeit keine ausreichenden Schutzmaßnahmen gegen steigende Risiken treffen – trotz erhöhter Volatilität.
Morgan Stanley teilt eine vorsichtig optimistischere Sichtweise. Der Chief Investment Officer, Mike Wilson, sieht den Markt am Ende einer seit Oktober andauernden „rotierenden Korrektur“. Allerdings warnte er davor, dass ein anhaltend hoher Ölpreis diese Perspektive zunichtemachen könnte. Wilson sieht kurzfristige Schwäche, sieht aber darin eine Kaufgelegenheit für zyklische Sektoren wie Finanzdienstleistungen, Konsumgüter und Industrie.
Die Situation ist komplex. Der Ölpreis hatte nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine fast fünf Monate gebraucht, um von fast 125 Dollar wieder unter 100 Dollar zu fallen. Jetzt droht ein erneuter Anstieg. JPMorgan betont, dass eine definitive Lösung des Konflikts nötig wäre, um ihre bärische Einschätzung aufzugeben.
„Es hat eine klare Eskalation gegeben, mit Angriffen auf Öl-Infrastruktur auf beiden Seiten“, schreibt die Trading-Abteilung von JPMorgan. „Das Präzedenzfall der Angriffe auf Öl-Infrastruktur hat offiziell begonnen, und wir glauben, dass der jüngste Anstieg der Rohstoffpreise erst der Anfang ist.“
Morgan Stanley hält an seiner bullischen Einschätzung fest, betont aber die Notwendigkeit, steigende Ölpreise im Auge zu behalten. Das Unternehmen sieht den Markt kurzfristig schwach, aber bietet so eine Chance für Investitionen in Sektoren, die von steigenden Preisen profitieren. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Märkte diese neue Realität verkraften können.
Die Zunahme der geopolitischen Risiken verschärft die Unsicherheit. Die Frage ist nicht, ob es zu weiteren Eskalationen kommt, sondern wann.
