Lithium-goldgrube im supervulkan: usa entdecken gigantischen lager, aber das ist noch kein happy end

Ein Wettlauf um die Zukunft der Energie hat begonnen – und er findet unter den Ruinen eines 16 Millionen Jahre alten Supervulkans statt. Die USA haben einen Lithiumvorkommen entdeckt, das das Potenzial hat, die globale Batterieproduktion zu revolutionieren, doch die Ausbeutung dieses ‘Goldes’ ist mit enormen Herausforderungen verbunden.

Das gigantische reservoir: 20 bis 40 millionen tonnen lithium

Das US Geological Survey (USGS) hat die Größe der Lagerstätte zwischen Nevada und Oregon auf schwindelerregende 20 bis 40 Millionen Tonnen Lithium pro Jahr geschätzt – das größte bisher gefundene Lithiumvorkommen weltweit. Mit einem Wert von rund 1,5 Billionen US-Dollar (1,41 Billionen Euro) könnte dieser Fund die geopolitische Landschaft im Energiesektor grundlegend verändern. Lithium Americas Corporation (LAC), das Projekt leitet, rechnet mit Preisen von rund 37.000 Dollar pro Tonne Carbonat-Lithium.

Die herausforderung unter dem feuerberg

Die herausforderung unter dem feuerberg

Doch die Gewinnung dieses Lithiums wird alles andere als einfach sein. Der Vulkan – eine riesige Struktur von 47 km Länge und 35 km Breite – birgt eine komplexe geologische Herausforderung. Die McDermitt Caldera, wie sie genannt wird, ist nicht nur enorm tief, sondern birgt zudem eine enorme thermische Belastung. Um überhaupt an das begehrte Metall heranzukommen, müssen 30 Meter Gestein entfernt werden – eine Mammutaufgabe, die mit enormem Energie- und Wasserkonsum verbunden ist. Das erschwert die Situation zusätzlich, da die Region bereits unter Wasserknappheit leidet und die Paiute- und Shoshone-Indianer durch den Projektbetrieb beeinträchtigt werden.

Umweltbedenken und fragmentierung des lebensraums

Umweltbedenken und fragmentierung des lebensraums

Experten warnen vor den Folgen: Die Konzentration des Lithiums – zwischen 1,3% und 2,4% – ist doppelt so hoch wie in anderen bekannten Lagerstätten. Die Lithium Americas Corporation plant, die Fördermenge zu konzentrieren, was das Risiko der Fragmentierung des Lebensraums durch die DOE (US Department of Energy) finanziell unterstützt. Kritiker befürchten, dass der Ausbau des Lithium-Sektors die fragile Ökologie dieser Region zusätzlich belasten wird.

Ein wettlauf gegen die zeit?

Ein wettlauf gegen die zeit?

Während die USA mit diesem Fund einen strategischen Vorteil erlangen, suchen andere Nationen – insbesondere China – nach alternativen Lithiumquellen. Die Abhängigkeit von einem einzigen, potenziell gefährdeten Lagerstätte ist eine riskante Strategie. Die Forschung nach nachhaltigeren und umweltfreundlicheren Batterietechnologien, beispielsweise mit Magnesium oder Natrium, ist daher wichtiger denn je. Die GNS Science und die University of Oregon haben kürzlich detailliertere Informationen über die Zusammensetzung der Lagerstätte geliefert. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser gigantische Lithiumvortrieb auf die globale Energiewende auswirken wird – aber eines ist sicher: Der Supervulkan McDermitt wird die Zukunft der Batterietechnologie maßgeblich beeinflussen.