Markt im feuersturm: ölpreise explodieren, iran-krise verstärkt anlegerangst

Die globalen Märkte stehen am Ende des Monats vor einem extrem angespannten Szenario. Die Energiepreise belasten die Volkswirtschaften massiv, während die drohende Engpassslituation durch die Eskalation im Iran und den Stillstand des Persischen Golfs weiter verschärft wird. Gerade jetzt, wo sich die Einschläge in Teheran und die Blockade des Suezkanals als längerfristig herausstellen, suchen Investoren wieder das Zeichen nach Aktien.

Rückeroberung der kurse: us- und europäische börsen steigen erneut zu rekordhöhen

Die meisten führenden Börsen haben mit derselben Stärke, mit der sie im März abstürzten, ihre Kursgewinne aus der Pandemie fortgesetzt. Auf Wall Street beispielsweise sind die Pluspunkte seit dem 30. März im S&P 500 rund 12 Prozent und im Nasdaq Composite sogar 20 Prozent. Auch andere Märkte, wie der spanische IBEX 35, haben sich nach einer vorübergehenden Korrektur wieder Richtung neuer Höchststände bewegt, angetrieben durch die Ölpreisentwicklung, die seit dem Aufstieg über 100 Dollar wieder verankert ist – ein direkter Effekt der Lieferengpässe, die durch die Ormuz-Situation verschärft werden.

Trotzdem scheint die Hoffnung auf eine Deeskalation des Konflikts die Märkte zu stützen. 'Märkte neigen dazu, in Phasen der Volatilität zu fallen, aber sie neigen auch dazu, schnell wieder zu reagieren', erklärt Capital Group in einer Analyse von Business Insider. 'Die Rendite von Aktienmärkten ist nach starken Einbrüchen oft besonders robust.' Die US-amerikanische Investmentgesellschaft betont, dass historische Daten zeigen, dass nach einem Kursverfall von 15 Prozent oder mehr die durchschnittliche Rendite des S&P 500 über zwölf Monate bei 52 Prozent liegt. 'Daher ist es in der Regel besser, sich nicht von Panikmache leiten zu lassen und die Investition beizubehalten,' so die Experten.

Apple, microsoft & co. im fokus: quartalsergebnisse als

Apple, microsoft & co. im fokus: quartalsergebnisse als 'fear factor'

Mit zunehmender Bedeutung von Technologieunternehmen im Aktienmarkt werden die Zahlen der Giganten wie Apple, Microsoft, Meta, Alphabet, Amazon und Nvidia zu entscheidenden Ereignissen. Die Ergebnisse dieser Unternehmen, deren Marktkapitalisierung in die Milliarden und Billionen Dollar geht, können zu Gewinnen oder Verlusten von Hunderten von Milliarden Dollar führen. Das Gewicht dieser 'Magnificent Seven' – wie sie oft genannt werden – auf die Indizes ist enorm, etwa ein Drittel des S&P 500 und fast die Hälfte des Nasdaq Composite. Laut einer Analyse von Bank of America zeigen die Ergebnisse des S&P 500 einen starken Trend, wobei bereits ein Drittel der Gewinne veröffentlicht wurde und die Erwartungen deutlich übertroffen werden. 73 Prozent der Unternehmen haben die Prognosen für das Ergebnis pro Aktie (EPS) übertroffen, 79 Prozent die Umsatzerwartungen und 62 Prozent beide Kennzahlen. Insgesamt übersteigen die Gewinne den Konsens um 11 Prozent, wobei Micron besonders hervorsticht. Das Wachstum des EPS im ersten Quartal liegt bereits bei 14 Prozent im Jahresvergleich, was im Vergleich zu früheren Wochen eine deutliche Steigerung darstellt.

Dennoch weist Bank of America auf einen 'leicht vorsichtigeren' Ton in den Unternehmensleitungen hin, mit einem geringeren Anteil an Prognosen, die die Erwartungen übertreffen, und einem gewissen Verlust des Unternehmensstimmungs. Dieser Abkühlung wird vor allem die geopolitische Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Iran zugeschrieben, nicht jedoch eine tatsächliche Schwächung der Nachfrage. Die Unternehmen berichten kaum über Veränderungen im Konsumverhalten. Der Fokus liegt nun auf den Investitionen der großen Cloud-Anbieter – Amazon, Google, Meta und Microsoft – in künstliche Intelligenz (KI). Schätzungsweise werden diese Unternehmen im Jahr 2026 680 Milliarden Dollar in den Ausbau ihrer Infrastruktur investieren, ein Wert, der um fast 30 Prozent höher ist als ursprünglich erwartet.

Fed und ecb im visier: zinsentscheidungen im g7-format

Fed und ecb im visier: zinsentscheidungen im g7-format

In den kommenden Tagen werden die Märkte die Entscheidungen der wichtigsten Zentralbanken weltweit beobachten: die US-Notenbank (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB). Es wird keine Änderung der aktuellen Zinspolitik erwartet, aber die Botschaften der Notenbanken werden genau analysiert. Die Fed wird zudem die letzte Konferenz unter der Führung von Jerome Powell als Präsident abschließen, in der Hoffnung, seinen Nachfolger zu bestätigen. 'Es ist nicht angebracht, Warsh als einen überaus konservativen oder liberalen Entscheider zu bezeichnen, sondern als einen ständigen Kritiker des Ausdehnungs- und Rollenwachstums der Fed', erklärt Aberdeen. Nadia Gharbi von Pictec WM erwartet keine Zinsänderungen bei der EZB-Zusammenkunft am Donnerstag, sieht aber die Möglichkeit einer 'Neuausrichtung' der offiziellen Haltung des Instituts. 'In jüngsten Aussagen haben mehrere EZB-Mitglieder eine ungewöhnlich einheitliche Position zum Warten bis Juni signalisiert, um die indirekten Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten auf Inflation und Wachstum besser einschätzen zu können', so Gharbi. Die Firma bereitet sich offenbar darauf vor, vor dem Sommer eine Entscheidung zu treffen. Die Realität wird sich hinter den Worten und Botschaften der EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Donnerstag verbergen. Die Märkte müssen sich auf eine turbulente Woche einstellen.