Novo nordisk investiert milliarden in europäische forschung – akademische entdeckungen sollen kommerziell werden
Dänisches Pharma-Gigant Novo Nordisk plant ein Netz von Forschungs-Incubatoren in ganz Europa. Ziel: Aus akademischen Erkenntnissen profitabel nutzbare Therapien zu entwickeln, insbesondere im Bereich der Stoffwechselerkrankungen.
Brücke schlagen zwischen forschung und wirtschaft
Die erste Niederlassung des ‘CardioMetabolic Bridge’ entsteht ab sofort in London, gefolgt von Standorten in Italien und Deutschland. Die Initiative, finanziert mit 450 Millionen schwedischen Kronen über sechs Jahre, soll akademische Forschungsprojekte im Bereich der kardiovaskulären und metabolischen Erkrankungen fördern und in kommerzielle Projekte oder Start-ups überführen. Es ist ein mutiges Unterfangen, das das Potenzial hat, die europäische Pharmaindustrie grundlegend zu verändern.
Doch Novo Nordisk sieht ein Problem: „Viele vielversprechende Forschungsergebnisse bleiben in Publikationen und Konferenzvorträgen stecken“, kritisiert Mads Krogsgaard Thomsen, Geschäftsführer der Novo Nordisk Foundation. „In den USA und China werden Projekte deutlich früher auf ihr kommerzielles Potenzial hin bewertet.“ Thomsen, der vor seiner philanthropischen Tätigkeit über zwei Jahrzehnte als Wissenschaftlicher Leiter bei Novo Nordisk tätig war, betont, dass die akademische Forschung in Europa oft zu schnell in der Entwicklung stagniert.

30 Projekte sollen unterstützt werden
Das BioInnovation Institute in Kopenhagen wird die Incubator-Programme leiten. Bis 2029 sollen rund 30 Projekte unterstützt werden – mit Finanzierung, Laborinfrastruktur, Beratung und Mentoring. Novo Nordisk selbst profitiert langfristig von den Ergebnissen, aber das Hauptziel ist die Stärkung des europäischen Pharmasektors.
Der Fokus liegt dabei auf der Entwicklung innovativer Therapien gegen Adipositas und Diabetes, ähnlich wie bei den erfolgreichen GLP-1-Präparaten Ozempic und Wegovy. Die Investition ist ein klares Signal: Novo Nordisk ist fest entschlossen, die europäische Forschung voranzutreiben und neue Behandlungsmöglichkeiten zu erschließen – und dabei die akademische Basis nicht zu vernachlässigen. Die 69 Millionen Dollar investiert sollen einen nachhaltigen Effekt haben. Es ist eine strategische Entscheidung, die nicht nur die Gesundheit der Patienten verbessern, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit Europas im globalen Pharmamarkt sichern könnte – eine dünne Linie zwischen akademischer Forschung und kommerziellem Erfolg.
