Trump Media startet mit Truth API – Exklusive schneller Zugriff auf Social-Media-Posts von Donald Trump
Die Trump Media Corporation hat am Samstag ihre Truth API vorgestellt, ein Dienst, der Investoren und Unternehmen einen direkten, schnelleren Zugang zu den Posts des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump auf der Social-Media-Plattform Truth Social ermöglicht. Das Unternehmen setzt auf den Handel mit exklusiven Daten, um Einnahmen zu generieren, indem es schnellere Zugriffe auf die hochinteressanten Beiträge von Trump anbietet.
Kontroverse rund um den Preis und die Auswirkungen
Laut anonymen Quellen von Reuters plant Trump Media, bis zu 100.000 Dollar pro Monat für den Zugang zu den Posts von Trump zu verlangen – oder 60.000 Dollar innerhalb eines dreijährigen Plans. Diese Preisgestaltung löst bereits Kritik aus. Jim Bianco, Präsident von Bianco Research, sieht in der API das Potenzial für "Posts, die die Märkte stärker beeinflussen können". Shaun Maguire, Investor bei Sequoia Capital, hingegen kritisiert die Initiative als einen Schritt zurück für Trump, der seine politischen Erfolge untergräbt.

Reaktionen von Experten und Beobachtern
Dean Baker, Co-Gründer des Center for Economic and Policy Research, warnt vor möglichen negativen Auswirkungen auf die durchschnittlichen Bürger. Er argumentiert, dass die Einnahmen aus der API die Ersparnisse von Privatanlegern, wie 401(k)- und IRA-Konten, gefährden könnten. James Surowiecki, Finanzjournalist der New York Times, wirft Trump Media vor, gegen Informationsbeschaffungsgesetze zu verstoßen, indem er Informationen über zukünftige öffentliche Aussagen des ehemaligen Präsidenten gegen Bezahlung verkauft. Dieser Schritt könnte rechtliche Konsequenzen haben.

Trump lobt SpaceX und äußert Haftungsangst
Trotz der Kritik erhielt Trump Media am Wochenende Lob von Gwynne Shotwell, CEO von SpaceX, für eine Spende von 325 Millionen Dollar. Jason Calacanis, Co-Moderator des Podcasts "All-In", bemängelte, dass die um ihn herumstehenden Berater Trump keine „guten Ratschläge“ geben. Joe Saluzzi, Mitbegründer von Themis Trading, betonte, dass die API es Kunden ermöglicht, Marktbewegungen schneller zu antizipieren und somit einen Vorteil gegenüber dem Kleinanleger zu erlangen. Zach Everson, Leiter des Trump Accountability Project von Public Citizen, bezeichnete die Initiative als „Farce“ und fragte, ob Trump Media Trump vor der Vergabe von Daten konsultiert hatte. Vuk Vukovic, Partner bei Oraclum Capital, prognostizierte, dass die Tweets von Trump keinen messbaren Einfluss auf die Finanzmärkte haben werden.

Kritik und Skepsis bleiben bestehen
Mebane Faber, Investmentdirektor bei Cambria Investment Management, bezeichnete die API als „schändlich und verabscheuungswürdig“. Edward Dowd, Co-Gründer von Phinance Technologies, argumentierte, dass Trump ohne seine Präsidentschaft keine Umsätze generieren würde. Der Ölpreis reagierte auf die Hoffnungen auf einen Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran, wobei ein schnellerer Zugriff auf Trump’s Tweets potenziell lukrative Gewinne hätte ermöglichen können. Doch laut Vukovic, Partner bei Oraclum Capital, werden die Tweets von Trump keine signifikanten Marktbewegungen auslösen. Die Investoren werden höchstwahrscheinlich Verluste erleiden.
