Aws-3 auktion: verizon dominiert, spacex überrascht
Die Ergebnisse sind da und werfen ein Schlaglicht auf die aktuellen Kräfteverhältnisse im US-Mobilfunkmarkt. Die jüngste Auktion für fortschrittliche Funkfrequenzen (AWS-3) der Federal Communications Commission (FCC) hat unerwartete Wendungen genommen und die großen Player deutlich in den Vordergrund gerückt.
T-mobile holt die meisten lizenzen, verizon investiert milliarden
Während Verizon mit Abstand das größte Budget einsetzte, sicherten sich die T-Mobile mit 102 Lizenzen für rund 277,8 Millionen Dollar den größten Lizenzgewinn. Verizon, operierend unter dem Namen Cellco Partnership, verpässte es mit 82 Lizenzen auf beeindruckende 3,2 Milliarden Dollar. Selbst AT&T, der bisherige Top-Bieter, konnte sich mit nur 10 Lizenzen für 120,8 Millionen Dollar veranschlagen.
Die FCC erzielte insgesamt 3,5 Milliarden Dollar durch den Verkauf von 200 Lizenzen, wobei Verizon für beachtliche 90 Prozent der Gesamtausgaben verantwortlich ist. Die strategische Bedeutung der gewonnenen Frequenzen liegt vor allem in den Schlüsselmärkten New York, Chicago und Boston, wo Verizon die wertvollsten Lizenzen erwarb.

Spacex enttäuscht, doch mit ambitionen
SpaceX, das Unternehmen von Elon Musk, zeigte sich überraschend zurückhaltend. Obwohl es zunächst um sechs Lizenzen wetteiferte, darunter ein gepaartes Spektrum für den Festland-USA, zogen sich die Pläne zurück und das Unternehmen sicherten sich lediglich zwei Lizenzen für 8,5 Millionen Dollar. Ein einzelner Uplink im Band 70 und eine gepaarte Lizenz im Band 66 für den Golf von Mexiko wurden somit erreicht.
Analyst Roger Entner von Recon Analytics sieht in diesen Ergebnissen ein Zeichen für zukünftige aggressive Gebote von SpaceX bei der Auktion für das obere C-Band. Es scheint, als ob das Unternehmen zunächst eine Strategie der Druckausübung verfolgte, doch letztendlich die hohen Preise ablehnte. Die Pläne für ein eigenes terrestrisches Netzwerk, die in den letzten Wochen immer wieder in den Medien auftauchten, werden nun als reine Verhandlungstaktik abgetan – zumindest vorerst. Ein Einsatz von Starlink Mini-Kits für Smartphones könnte jedoch eine realistischere Option darstellen.
Die Auktion wirft die Frage auf, wie SpaceX seine Ambitionen im Bereich der Satellitenkommunikation umsetzen will. Während die EchoStar zwei Lizenzen erwarb, bleibt unklar, was mit ihnen geschehen wird. SpaceX scheint sich primär auf den Aufbau eines Netzwerks zu konzentrieren, doch die Möglichkeit einer Übernahme eines Mobilfunkbetreibers oder der Bau eines eigenen terrestrischen Netzwerks erscheint derzeit als unwahrscheinlich. Die Ergebnisse der Auktion sind ein interessantes Puzzle, das die Zukunft der Mobilfunktechnologie und die Rolle von SpaceX in diesem Sektor prägen könnte.