China schaltet um: exportkontrollen gegen us-selbstversorger-pläne

Washington und Peking liefern sich einen zunehmend aggressiven Handelskrieg. Die US-Regierung hat heute überraschend Exportbeschränkungen gegen zwei amerikanische Unternehmen erlassen, die sich mit der Produktion seltener Erden befassen. MP Materials und USA Rare Earth stehen nun im Fokus, was die bereits bestehende Abhängigkeit der USA von chinesischer Rohstoffversorgung weiter verschärft.

Der dominoeffekt: eine eskalation der spannungen

Das Handelsministerium in Peking begründet die Maßnahme mit der Entscheidung des Pentagon, einige der größten chinesischen Firmen auf eine Liste von Unterstützern des Militärs zu setzen. Es handelt sich um eine deutliche Antwort auf die jüngste Initiative der USA, eine alternative Lieferkette für diese kritischen Mineralien zu etablieren – eine Strategie, die Washington als Versuch der Reduzierung der Abhängigkeit von chinesischer Dominanz in diesem strategisch wichtigen Sektor sieht. Die Entwicklung ist keineswegs isoliert.

MP Materials, Betreiber der einzigen bedeutenden US-amerikanischen Uranmine, hatte erst vor Kurzem eine Investition von 400 Millionen Dollar vom Verteidigungsministerium erhalten – ein klares Signal der Unterstützung für die US-amerikanische Bemühung, die Rohstoffversorgung unabhängig zu gestalten. USA Rare Earth, ein aufstrebender Produzent, hat zudem kürzlich eine Finanzierung von 1,6 Milliarden Dollar vom US-Handelsministerium erhalten und den Kauf des brasilianischen Serra Verde Konzerns vollzogen.

Die realität hinter den statistiken

Die realität hinter den statistiken

Die Zahlen sind beeindruckend, doch die Auswirkungen dieser Exportkontrollen sind noch fraglich. Die betroffenen Unternehmen, MP Materials und USA Rare Earth, haben betont, dass sie bereits massiv die Lieferungen aus china unterbrochen haben. Allerdings zeigt die globale Bedeutung von seltenen Erden – die in über 60% aller Produktionsstätten weltweit zum Einsatz kommen, von Smartphones über Elektroautos bis hin zu militärischer Ausrüstung – dass die US-amerikanische Strategie mit erheblichen Risiken verbunden ist.

Die Entscheidung Pekings kommt kurz nach einem Gipfeltreffen zwischen Trump und Xi Jinping im Oktober, bei dem die Spannungen zwischen den beiden Supermächten weiter angeheizt wurden. Zudem unterstreicht sie die wachsende Bedeutung der Kontrolle über kritische Mineralien für die geopolitische Machtverhältnisse. Die jüngste Vereinbarung der G7 zur Begrenzung von Importen aus china deutet auf einen weiteren Schritt in diese Richtung hin. Es ist eine Wettlauf um die Vorherrschaft, der die Weltwirtschaft nachhaltig verändern wird.

Die AIE (Agentur für Internationale Energie) vermeldet, dass china allein für rund 60% der weltweiten Extraktion von seltenen Erden verantwortlich ist. Die Dominanz in den Zwischen- und Endstufen der Verarbeitung liegt sogar noch höher – über 90% werden in china verarbeitet, fast 95% der Magnete. Das macht die USA extrem verwundbar.