Kitkat-revolution: nestlé kremt die rezeptur – und das ist bitter für konsumenten
Nestlé krempelt die Rezeptur seiner weltberühmten KitKat-Riegel in ganz Europa um. Ab 2027 sollen die Schokoladenriegel deutlich knackiger werden und mit einem Hauch Haselnuss verfeinert werden. Doch hinter der vermeintlichen Geschmacksverbesserung lauert eine Strategie, um neue Zielgruppen zu erschließen.
Veränderung statt innovation: ein subtiler wandel
Der Schweizer Traditionskonzern gibt an, dass die Änderung nicht auf steigende Kakaopreise zurückzuführen ist. Vielmehr soll es darum gehen, den KitKat für Konsumenten zu öffnen, die sich bisher nicht für den Riegel begeistern konnten. Laut Nestlé geht es darum, ein ‘drittes Level’ einzuführen, das einen komplexeren Geschmack bietet – ohne dabei die Kakaoquote zu reduzieren.
Rouven Lochmuller, Global Brand Manager von KitKat, betonte, dass die Vorliebe für Schokoladengüsse – die typische Überzugsschokolade des klassischen KitKats – traditionell den Geschmack von Schokoladenliebhabern unterschied von dem der Fans dunkler Schokolade. Diese Diskrepanz soll nun durch die neue Rezeptur geschlossen werden.

Briten bleiben loyal – usa folgen dem trend
Für Großbritannien soll sich jedoch nichts ändern: Die britischen Vorlieben für Karamell und den bestehenden Geschmack werden weiterhin respektiert. «Unsere Kunden in Großbritannien lieben den Karamellgeschmack, und das wird sich nicht ändern», erklärt Liberato Milo, Leiter für Confectionery & Snacks bei Nestlé. In den USA wird der KitKat ab 2027 ebenfalls eine neue, cremige Textur erhalten – im Einklang mit der Strategie von Hershey Co, dem US-amerikanischen Hersteller.
Die jüngsten Versuche von Nestlé, KitKat zu verändern, waren nicht immer erfolgreich. Die vegane Version KitKat V, die auf Reis anstelle von Milch basiert, scheiterte am Preis und wurde inzwischen wieder aus dem Sortiment genommen.
Barry Callebaut, ein weiterer großer Kakaoproduzent, hatte bereits vor einigen Monaten vor den wirtschaftlichen Herausforderungen gewarnt, die durch steigende Kakaopreise und geopolitische Unsicherheiten entstehen. Trotzdem setzt Nestlé nun auf eine Geschmacksveränderung, um den Markt zu sichern – und damit möglicherweise auch die Margen.
Die Entwicklung zeigt: In der Lebensmittelindustrie geht es nicht nur um reine Geschmacksvorlieben, sondern auch um geschickte Marketingstrategien und die Anpassung an sich ändernde Konsumententrends. Ob die neue KitKat-Rezeptur den Nerv der Massen trifft, bleibt abzuwarten.
